Rennbericht 9h Rennen am 16.06.2007 in Grimma
Zum ersten mal überhaupt konnten wir in Grimma das Podium erklimmen
Das erste Highlight des Jahres fand am 16.06.07 in Grimma statt, wo wir wie jedes Jahr am 9h Rennen teilnahmen. Bereits am Vortag reisten wir an, um uns gemütlich auf das Ereignis einzustimmen. Verstärkt wurden wir durch Markus „Schlucki“ Uhlmann. Salvatore Giuffrida mußte leider kurzfristig absagen, so daß wir dann doch nur zu dritt das Rennen in Angriff nahmen. Beim Abendessen am Freitag hatten wir dann ein paar Weißbier getrunken, Schlucki nahm sich ein paar Becks zur Brust, was dann beinahe fatale Folgen fürs Rennwochenende gehabt hätte. Was uns nämlich nicht mal ein feuchtes Bäuerchen entlockte, hatte bei Schlucki fast einen Totalausfall zur Folge, so daß er am nächsten morgen auf dem Weg von der Pension zur Bahn gleich mal den Markus zum Anhalten aufforderte und neben das Auto kotzte. Da hat er sich wohl den Magen verdorben weil so viel hat er ja auch nicht erwischt. Und was lernen wir daraus? – Sauf niemals nix aus einer grünen Flasche, dann passiert so was nicht.
Nachdem er sich noch eine Stunde im Auto ausgeruht hatte, ging's dann auch wieder langsam bei ihm. Im Freien Training waren wir voll bei der Musik dabei und konnten von insgesamt 19 Teams auf Platz 2 fahren. Im anschließenden Qualifying, bei dem nur fünf gezeitete Runden erlaubt waren, fuhr ich mit einer Zeit von 1.09,91 min. ebenfalls auf Platz 2, das beste Ergebnis, das wir jemals in Grimma in einem Qualifying erreicht haben. Auf Pole stand das Heimteam Lap/Rostock, die 0,15s schneller waren.
Für das Rennen waren 8 Fahrerwechsel vorgeschrieben, zudem wurde jede Stunde ein Kartwechsel vorgenommen. Unsere Taktik war so ausgelegt, nachdem für das Rennen einige Regenschauer angekündigt waren, daß wir unseren „Regengott“ Schlucki so viel wie möglich im Nassen einsetzen, während meine Arbeit vor allem im Trockenen gefragt sei. Markus käme sowohl im Regen als auch im Trockenen zum Einsatz. Deswegen wollten wir anfangs möglichst lange Turns fahren, um am Ende mit den Fahrerwechseln bei einem Wetterumschwung flexibel zu bleiben und nicht am Schluß noch den einen oder anderen Fahrerwechsel zusätzlich einlegen zu müssen. Am Start war es dann trocken und somit fiel die Wahl des Startfahrers auf mich. Vom Start weg konnten dann Lap/Rostock und wir uns vom Rest des Feldes absetzen und einen kleinen Vorsprung rausfahren, ehe es nach ca. 30 Minuten zu tröpfeln begann. Da ich aber nun mal kein Regenfahrer bin, mußten wir überlegen was wir machen. Wechseln oder weiterfahren. Wir entschieden uns dann fürs weiterfahren, weil es noch nicht so stark regnete. Auf feuchter Strecke kam ich noch sehr gut zurecht, konnte sogar kurzzeitig die Führung übernehmen weil sich der Führende vor mir gedreht hatte. Aber als die Strecke dann doch etwas nasser wurde bekam ich dann doch leichte Probleme. Einmal hat es mich beim Anbremsen der 180 Grad Rechtskurve weggedreht und rückwärts in die Wiese gespickt. Zum Glück konnte ich gleich weiterfahren, was einigen anderen an dieser Stelle nicht gelang, da sie sich samt Kart unter die Reifenstapel gebohrt hatten. Ein paar Plätze hatten wir durch meinen Dreher eingebüßt, aber nicht soviel Zeit verloren. Bis auf Platz 10 fielen wir zurück. Danach trocknete die Strecke wieder ab, und ich konnte wieder gut aufholen und den Anschluß ans vordere Feld wieder herstellen. Als es dann nach einer Stunde wieder zu regnen begann wechselten wir auf Schlucki und der pflügte dann durchs Wasser als wäre er als Fisch auf die Welt gekommen. Aber auch er blieb von einem Dreher nicht verschont und ließ – wie auch alle anderen Teams – ein bißchen Zeit in der Wiese liegen. Aber wir konnten zum Glück immer gleich weiterfahren und waren nie auf die Hilfe der Streckenposten angewiesen. Schlucki fuhr dann ca. 1:20 Std. am Stück und als die Strecke wieder trocken war stieg dann Markus ins Kart. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir uns schon wieder auf Platz 2 vorgearbeitet. Lange dauerte es dann nicht und es begann wieder zu regnen. Da konnte Markus dann eindrucksvoll beweisen, daß auch er im Regen gut zurecht kommt. Immer bei den Schnellsten von den Zeiten mit dabei gewesen. Leider hat beim Kart ab und zu der Gaszug geklemmt, was im Regen ein echter Nachteil ist, wenn man mit den Slicks durch die Kurven fährt. Da hat er dann die eine oder andere unfreiwillige Pirouette gedreht und sich ebenfalls einmal in die Wiese verabschiedet in der auch schon Schlucki und ich das Gemüse begutachten durften. Als die Strecke wieder trocken wurde, nachdem Markus 1:40 Std. draußen war, war ich wieder an der Reihe. Meine Vorgabe war, so lange zu fahren bis ich entweder platt bin, oder es wieder zu regnen beginnt, da wir die trockene Strecke optimal ausnutzen wollten. Waren zu Beginn des Rennen noch 1:09er Zeiten drin, war die Bahn jetzt durch den Regen deutlich abgekühlt und mehr als tiefe 1:10er gingen nicht mehr, aber das betraf ja alle Teams. Mit einem guten Kart konnte ich meine Stärken wieder ausspielen und nur das führende Team Lap/Rostock konnte schnellere Rundenzeiten fahren als ich. Bis zum nächsten Kartwechsel war dann alles ok, dann erwischten wir ne Möhre und ich konnte mich mit dann nur noch mit 1:11er Zeiten abkarpfen. Da waren dann einige Teams wieder schneller unterwegs aber was willst Du machen. Auch mit einer Möhre muß man beim Langstreckenrennen das Beste geben, denn das Rennen ist lang und andere Teams müssen mit den schlechteren Karts auch erstmal die Zeiten fahren. Also war reinhauen angesagt. Und das ging dann schneller und heftiger als erwartet. Nämlich in Form vom Team MDS mit der Startnummer 12. Die hatten einen durchgeknallten Psychopathen im Team, der beim Stock Car wesentlich besser aufgehoben wäre. So was hab ich schon lange nicht mehr erlebt. Der hat auf Biegen und Brechen alles blockiert was ihn überholen wollte, selbst als der Führende mit mir im Schlepptau auf ihn auflief, benahm der sich wie die Axt im Wald. Nur mit Gewalt konnte sich der Führende vorbeipressen und mir ist er beim Überholversuch mehrmals ins Kart gefahren. Bei der Gelegenheit tauschten wir dann auch ein paar „nette“ Autofahrergrüße untereinander aus. Nachdem dann auch ich etwas rabiater zu Werke ging und ihn endlich überholt hatte und ihm deutete, das ich der Zweitplatzierte bin und es sich um eine Überrundung handelt, fuhr er mir beim Anbremsen auf die erste 180 Grad Rechtskurve im Außenbereich ungebremst und mit voller Absicht voll aufs Kart und versuchte mich abzuschießen. In dem Moment sind mir dann die Gäule durchgegangen und ich hab dann instinktiv versucht dem Spinner mit der Rechten eine mitzugeben. Weil ich aber nicht der größte bin, mangelte es an der Reichweite meines Arms und ich konnte nur einen Schwinger setzen. Zum Glück, denn hätte ich ihm während der Fahrt eine betoniert, wäre ich wegen grober Unsportlichkeit wahrscheinlich mindestens an der Strafbox gestanden wenn nicht noch schlimmer. So jedoch wurde der Psycho von der Rennleitung an die Box geholt und durfte wegen überharter Fahrweise eine Zeitstrafe absitzen.
Jedenfalls konnte ich dann meinen Turn weiter fahren, bis sich wieder Regenwolken am Himmel breit machten. Als nach 1:30 Std. Fahrzeit der erste Tropfen fiel, reagierten wir sofort und wechselten noch in der gleichen Runde auf Schlucki. Keine Runde zu früh, denn als ich in die Halle einbog brach hinter mir die Sintflut los. Schlucki war´s wurscht, der fühlt sich im Regen wohl und er konnte wieder zeigen, daß er im Regen zu den schnellsten Fahrern überhaupt zählt. An der Spitze lag wie schon vom Start weg das Team Lap/Rostock, gefolgt von uns und dem zweiten Hausteam Rostock/Lap. Wir mußten uns wegen den Fahrerwechseln was einfallen lassen, weil wir Schlucki bei Regen wieder so lange wie möglich fahren lassen wollten und erst vier Wechsel hatten und so beschlossen wir, nach Schlucki einen Doppelwechsel durchzuführen. Als es nach anderthalb Stunden wieder trocken wurde, stieg ich für nur eine Runde ins Kart und übergab dann wieder an Markus. So hatten wir dann nach 6:55 Std. sechs Fahrerwechsel absolviert. Markus sollte in seinem Turn bis zur achten Stunde fahren und dann sollten sich Schlucki und ich die letzte Stunde teilen. Das Wetter hatte sich mittlerweile stabilisiert und die Regenwolken hatten sich entgültig verzogen. Markus konnte mit seinem ersten Kart tiefe 1:10er Zeiten fahren und war gut an der Spitze mit dabei. Nach dem Kartwechsel gab es für uns abermals ein schlechtes Kart und Markus mühte sich mit der Krücke ab und kam nur noch auf 1:11er Zeiten. Das drittplatzierte Team Rostock/Lap holte zu diesem Zeitpunkt mit großen Schritten auf und uns wurde klar, daß wir Platz 2 nicht würden halten können weil wir auch noch einen Fahrerwechsel mehr absolvieren mußten. Nachdem ich die Krücke dann in der achten Stunde übernahm und wir auf Platz 3 zurückgefallen waren konnte ich zwar etwas schneller fahren, aber bei weitem nicht schnell genug um noch mal anzugreifen. Nach 15 Minuten in meinem Turn fand der letzte Kartwechsel statt und dann bekamen wir noch mal ein gutes Kart, so daß noch mal 1:09er Zeiten möglich wurden. Spielte aber keine Rolle mehr. 15 Minuten vor Schluß übernahm dann Schlucki für den Rest des Rennens und fuhr den Podiumsplatz dann locker nach Hause.
Im letzten Jahr noch auf Platz 5 gefahren, war unser Ziel die Top 5 zu bestätigen. Das wir dann bei 19 Teams auf das Podium fahren und nur von den beiden Hausteams geschlagen wurden, hatten wir uns zwar erhofft aber nicht damit gerechnet. Vor allem, da wir in Grimma schon sehr lange an den 9h und 24h Rennen teilnehmen und als bestes Ergebnis bisher Platz 4 mit den Blue Barons beim 24 Stunden Rennen 2004 zu Buche stehen hatten. Deswegen sind wir schon ein bißchen stolz, daß wir das jetzt geschafft haben, auch wenn uns der Regen etwas entgegen gekommen ist. Aber wir waren die ganze Zeit über konkurrenzfähig und ich denke wir hätten auch wenn es komplett trocken gewesen wäre eine realistische Chance aufs Podium gehabt.
Micha
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Ergebnis 9h Rennen am 16.06.2007 in Grimma |
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| Platz: | Team: | Bestzeit: | Runden: | Total: |
| 1. | Lap/Rostock | 1:09,21 | 420 | 09:01:05,44 |
| 2. | Rostock/Lap | 1:09,17 | 418 | -2 Laps |
| 3. | Garscha Racing | 1:09,50 | 417 | -3 Laps |
| 4. | MoTec | 1:09,50 | 416 | -4 Laps |
| 5. | K-M-M Racing 07 | 1:09,55 | 415 | -5 Laps |
| 6. | MöDeg | 1:09,91 | 415 | -5 Laps |
| 7. | Sax Racing | 1:10,16 | 415 | -5 Laps |
| 8. | Le. Racing | 1:10,17 | 414 | -6 Laps |
| 9. | Kart-House Lübeck | 1:09,63 | 414 | -6 Laps |
| 10. | Fun Racer Hamburg | 1:09,58 | 414 | -6 Laps |
| 11. | MDS | 1:10,06 | 413 | -7 Laps |
| 12. | Balu & Crew | 1:10,22 | 413 | -7 Laps |
| 13. | RTB | 1:10,10 | 412 | -9 Laps |
| 14. | Mättig Racing | 1:10,11 | 411 | -9 Laps |
| 15. | RT Döbeln | 1:10,66 | 408 | -12 Laps |
| 16. | RTB Rookies | 1:09,84 | 407 | -13 Laps |
| 17. | RKSC | 1:10,02 | 406 | -14 Laps |
| 18. | Spaßfaktor 12 | 1:09,82 | 406 | -15 Laps |
| 19. | Good Luck | 1:10,65 | 403 | -17 Laps |