Rennbericht 9h-Rennen am 06.05.2006 in Grimma

 

Am 06.05.06 war es mal wieder soweit: Wir fuhren zu einer der geilsten Bahnen auf der wir jemals das Gaspedal durchtreten durften. Auf die Kartbahn in Grimma bei Leipzig, die zum 10jährigen Jubiläum ein 9h-Rennen veranstaltete. Die 600 Meter Indoor, kombiniert mit der 500 Meter langen Outdoor-Bahn, verlangen von jedem das gesamte fahrerische Können ab. Da durften wir natürlich nicht fehlen, um zusammen mit Markus „Schlucki“ Uhlmann unsere Knochen hinzuhalten. Im Vorjahr konnten wir in selber Besetzung, allerdings unter dem Teamnamen „Blue Barons“ am Start, zusammen mit Moni Tetzner den 6. Platz erreichen. Unsere Zielvorgabe mußte diesmal natürlich lauten, am Ende unter den Top 5 zu stehen.

 

 

Das Reglement sah vor, daß jedes Team mit jedem Kart einmal fahren muß, daß hieß, es mußte bei 9 Stunden Fahrzeit und 21 Teams ca. alle 25 Minuten ein Karttausch vorgenommen werden. Fahrerwechsel waren mindestens acht vorgeschrieben.

 

Bereits während des 45minütigen Qualifyings wurde uns sehr schnell klar, daß wir unsere Ansprüche evtl. etwas zurückschrauben müssen. Mit 21 Teams war diesmal ein Rekord-Teilnehmerfeld am Start, soviel wie noch nie in Grimma. Nachdem Schlucki gleich zu Beginn die Führung übernahm, hatten wir ein immer heftiger werdendes Untersteuern zu beklagen, und so konnte ich in der letzten Viertelstunde Schluckis Zeit nur noch um drei Hundertstel auf 1:07,74s verbessern. Der enttäuschende 10.  Startplatz war das Resultat. Aber wie wir bereits wissen, sind wir von Garscha-Racing ja nicht unbedingt als Gartenteichschnorchler bekannt und so haben wir uns natürlich anständig reingehauen. Wie immer gab es in Grimma einen Le Mans-Start bei dem ich sofort einen Platz gutmachen konnte. Hat aber nicht lang gehalten, da ich bereits nach zwei Runden eine Lücke zum Vordermann reißen lassen mußte und die Teams hinter mir mächtig Druck ausübten. In Runde drei wurde ich schließlich von 3 Gegnern „kassiert“ und war nur noch 12. Das Untersteuern des Karts war nicht in den Griff zu kriegen, ich war sogar zwei Zehntel langsamer als im Qualifying, und so hatte das Rumgeeiere  erst beim ersten Kartwechsel ein Ende. Das nächste Kart war eine halbe Sekunde schneller und so konnte man die Zeiten der vorderen Teams wieder mitgehen. Wir wechselten uns stündlich in immer der gleichen Reihenfolge ab. Meine Wenigkeit, Schlucki und zuletzt der Markus. Wir fuhren ein ziemlich unauffälliges Rennen, konnten uns aber mit konstant guten Zeiten Stück für Stück wieder nach vorne arbeiten. Markus hatte in seinem ersten und ich in meinem zweiten Turn noch mal so eine richtige Drecksmöhre unterm Arsch kleben, daß uns nur noch ein rotes Fähnchen auf dem Helm zur wandelnden Slalomstange fehlte. Aber wir haben die Dinger ausgequetscht bis zum letzten um nicht allzuviel Zeit zu verlieren. In der zweiten Rennhälfte hatten wir dann die insgesamt etwas schnelleren Karts zur Verfügung und so fuhren wir bis auf den sechsten Platz vor. Zwei Stunden vor Schluß wurde es dann spannend. Wir hatten das befreundete Team „Porno Racing Franken“ (wie man unter so einem Namen starten kann, ist mir immer noch ein Rätsel ;-), Anm. d. Red.) mit den alten Bekannten Jens Georges und Daniele Carniato mit einer halben Runde Rückstand im Nacken sitzen und mußten alles geben um den sechsten Platz zu verteidigen. Schlucki als vorletzter Fahrer konnte den Gegner in Schach halten. Als dann 55 Minuten vor Rennende Markus zum letzten Turn ins Kart stieg, hatten wir 40s Vorsprung auf Porno Racing, aber nur noch 10s Rückstand auf die Rookies NRW, die in den Jahren zuvor immer ein Treppchen-Kandidat waren. Also hab ich dem Markus nahegelegt, er möge das Letzte aus sich rausholen, scheißegal, und wenn er in den Helm kotzt. Zehn Minuten nachdem Markus ins Kart stieg war klar, daß uns Porno-Racing nicht mehr kriegen würde weil Markus die gleichen Zeiten fuhr, teilweise sogar schneller. Die Rookies NRW nahmen noch ihren letzten Fahrerwechsel vor und so lagen wir plötzlich mit 3 Sekunden Vorsprung auf dem 5. Platz. Jetzt ging’s um alles. Ein Kartwechsel stand noch bevor. Zum Glück war das unsere keine Möhre. Markus konnte die Rookies ohne Probleme hinter sich halten und mit konstant 1:07er Zeiten den Vorsprung sogar noch ausbauen. Und so hatten wir schließlich geschafft, was wir bei dieser Konkurrenz anfangs nicht für möglich hielten. Mit Platz 5 haben wir die Top 5 erreicht und den sechsten Platz vom Vorjahr getoppt.

 

Tragisch fürs Team Daytona Essen war, daß sie mit einem sehr langsamen Kart im letzten Turn den Sieg noch in der vorletzten Runde an Lap/Rostock abgeben mußten. Aber so ist das eben im Motorsport.

 

Mit Bestzeiten von 1:07,30 (Micha), 1:07,35 (Schlucki) und 1:07,65 (Markus) waren wir zwar meilenweit weg  von den Bestzeiten der „Freaks“ (schnellste Rennrunde 1:06,60) aber wir fuhren unseren Stiefel ohne Fehler und konstant wie ein Uhrwerk runter und das war am Ende der Schlüssel zum Erfolg. Wie immer nach Grimma haben wir ausgesehen als hätte uns ein Lkw angefahren: die Hände offen, der Rücken offen und geschwollen, die Rippen angehauen, den Arsch geprellt, die Haxen verkrampft. Aber wie bereits eingangs erwähnt, wir schnorcheln nicht in Gartenteichen, wir halten das aus ;-)

 

Micha

 

 

Rennergebnis 9h-Rennen am 06.05.2006 in Grimma 

 

 

Platz:

Team: Bestzeit: Runden:  Total:
1. Lap/Rostock 1:06,60 465 09:00:52,14
2. Daytona Essen 1:06,66 465

-00:04,21

3. Motec 1 1:06,69 464 -1 Lap
4. Rookies Jun. 1:06,79 462 -3 Laps
5. Garscha Racing 1:07,30 462 -3 Laps
6. Rookies NRW 1:07,12 461

-4 Laps

7. Porno Racing Franken 1:07,16 461

-4 Laps

8. Rostock/Lap 1:07,22 460 -5 Laps
9. Kart-House RT Lübeck 1:07,26 459 -6 Laps
10. Motec 2 1:07,43 459 -6 Laps
11. Sachsenring 1:06,96 458 -7 Laps
12. Tage des Donners 1:06,96 458 -7 Laps
13. Freizeit Wittke Berlin 1:07,49 457 -8 Laps
14. OSPA Racing 1:06,83 455 -10 Laps
15. Ton & Grafik 1:07,74 454 -11 Laps
16. Döbeln 1:07,89 453 -12 Laps
17.  Good Luck 1:07,76 452 -13 Laps
18. Motec 3 1:08,09 451 -14 Laps
19. SKG Motorsport Unna 1:07,97 450 -15 Laps
20. Klappstuhl Racing 1:08,59 446 -19 Laps
21. Zobel Racing Rostock 1:08,68 445 -20 Laps