Rennbericht 24h Rennen am 25./26.08.2007 in Grimma

Mit Platz 5 beim 24er gutes Ergebnis erreicht

 

Am 25.08.2007 ging's im sächsischen Grimma wieder rund. 15 Teams waren zum 24h Rennen angetreten. Wir wurden dabei von Markus Uhlmann, Mathias Kostelnik und den beiden Fahrern von KRC Schwabach, Michael Luber und Markus Fisch unterstützt. Nachdem wir im Juni beim 9h Rennen bereits Podiumsluft schnuppern durften, wollten wir das natürlich wiederholen. Unsere Zielvorgabe war allerdings ein Platz unter den Top 5.

 

Bereits am Freitag fuhren wir ein 1,5h Trainingsrennen zur Vorbereitung aufs 24er, da Michael Luber und Markus Fisch zum ersten mal in Grimma waren und die Strecke kennenlernen mußten. Und so hatte an diesem Freitag der Schlucki auch keine Möglichkeit, seine Finger an irgendwelche grünen Flaschen zu halten und er war Samstag morgen erstaunlich fit, im Gegensatz zum 9h Rennen. Bei dem Rennen waren dann 25 Karts am Start, weil viele Teams ihre Fahrer auf zwei Mannschaften aufgeteilt haben. Am Ende wurden wir dann 5. (Schlucki, Matze, Micha) und 10. (Micha L., Markus F., Markus).

 

Am Samstag wurde es dann Ernst. Bei der Kartauslosung zogen wir die "2", das Reglement sah wieder Kartwechsel vor, so daß jedes Team mit jedem Kart fahren muß um die Chancengleichheit zu wahren. Alle 90 Minuten wurden die Karts getauscht und es waren mindestens 18 Fahrerwechsel vorgeschrieben. Unser Startkart war nicht so toll zu fahren, wir hatten Probleme mit den Reifen, die ungewöhnlich stark zu schmieren begannen und wir dementsprechend durch die Gegend rutschten, speziell im Außenbereich der Bahn. Zuerst begann ich mit dem Qualifying, nachdem wir aber gemerkt haben, daß ich nicht so zurecht kam, ließ das Team die zweite Hälfte von Schlucki bestreiten, aber auch her konnte die Zeit nur noch leicht verbessern, so daß am Ende des Qualifyings nur der 10. Platz für uns rausgesprungen ist. Aber so ein 24h Rennen entscheidet sich ja nicht in der ersten Stunde. Zu erwähnen wäre noch, daß es während dem 24h Rennen kein einziges mal geregnet hat, worüber Schlucki unser "Regengott" sehr traurig war. Aber da gibt's kein Jammern und Rumheulen, da muß man sich halt die Nase schneuzen und im Trockenen fahren ;-)

 

Wir haben unsere Taktik so gewählt, daß wir nach Möglichkeit so lange fahren bis das Kart gewechselt wird und eine Runde später dann den Fahrerwechsel absolvieren. Das hat den Vorteil, daß sich nicht zwei Fahrer auf ein Kart "einschießen" müssen. Diese Strategie konnten wir bis zur 18. Stunde beibehalten, danach mußten wir kürzere Turns fahren, um die erforderlichen 18 Fahrerwechsel zu erreichen. Der Startschuß fiel um 13:00 Uhr, den Start durfte mal wieder ich in Angriff nehmen. Als "alter Hase" habe ich in Sachen Le Mans Start in Grimma wohl die meiste Erfahrung im Team und so konnte ich dann auch gleich in den ersten Runden einen Platz gut machen, ETAMAX überholen und mich an Mättig Racing 1 festbeißen. Den ganzen ersten Turn drehten wir mit den gleichen Zeiten unsere Runden, und so übergab ich das Kart schließlich nach 90 Minuten auf Platz 9 liegend an Matze. Sein Kart war einen Tick besser als das Startkart und so konnte er sich noch ein Plätzchen nach vorne schieben und mit 1:09,18 unsere Teambestzeit nach unten schrauben. Danach kam dann Michael Luber zu seiner Grimma-Premiere. Auch er hatte wieder ein langsameres Kart erwischt und mühte sich redlich ab, die Kiste anständig um die Bahn zu treiben. Nennenswert vorwärts ging's dabei allerdings nicht, aber es kam noch schlimmer als er nach 95 Minuten an Markus Fisch übergab. Der hatte nun wirklich das Pech, bei seinem ersten Einsatz in Grimma gleich die Tagesmöhre zu erwischen. Mit dem Teil konnte er einfach nichts reißen, was für den Fahrer natürlich extrem scheiße ist, da er ja zeigen will was er kann. Aber da darf man sich nicht demotivieren lassen. Mehr als 1:10er Zeiten waren mit dem Kart einfach nicht drin und wir fielen kurzzeitig wieder auf den 9. Platz zurück. Aber M. Fisch hatte später noch Gelegenheit zu zeigen, daß er´s auch kann. Als M. Fisch an Markus übergab waren bereits sechs Stunden vorüber und wir fanden, es wäre endlich mal an der Zeit, daß wir mal die schnelleren Karts erwischen könnten, da an der Spitze bereits muntere 1:08er Zeiten in den Boden gestampft wurden und wir uns schon einen beträchtlichen Rückstand eingehandelt hatten. Markus konnte sich dann in seinem 100 Minuten langen Turn gut in Szene setzen und erreichte beinahe Matze´s Bestzeit, so daß es wieder langsam aufwärts ging. Wir konnten wieder auf Platz 8 nach vorn fahren und ein bißchen Zeit aufs vordere Mittelfeld gutmachen. Danach ließ sich Schlucki nicht lumpen und versuchte die 1:09er Marke als erster unseres Teams zu durchbrechen, die er aber knapp verfehlte. Zumindest knackte er mit 1.09,13 Matze´s Zeit. Auch ihm gelang es, den Rückstand nach vorn weiter zu verkürzen, so daß wir uns wieder Hoffnung machen konnten, unser angestrebtes Ziel - einen Platz unter den Top 5 - noch zu erreichen. Wir haben uns vorgenommen in der Nacht mächtig anzugasen und uns nach vorn zu arbeiten, da wir nach Lage der Dinge in dieser Zeit die besseren Karts bekommen würden. Gegen 22 Uhr hatten alle Fahrer ihren ersten Turn absolviert und ich war wieder an der Reihe. Und ich hatte wirklich Glück, das wahrscheinlich schnellste Kart im Feld zu erwischen. Jedenfalls hatten fast alle Teams mit diesem Gerät ihre Bestzeiten gefahren. Und mi leckst am Oasch, das Teil ging echt ab wie Schmidt´s Katze. Gleich in der zweiten gezeiteten Runde stand eine 1:08er Zeit auf dem Monitor. Und dann ging's richtig vorwärts. In den 87 Minuten konnte ich durchs Feld pflügen und unser Team auf den 6. Platz nach vorn fahren sowie mit 1:08,37 eine neue Teambestzeit zementieren.

 

An der Spitze stritten sich derweil die Bad Boys, Daytona Essen und Kart Racing Team Mainz/LAP um die Plätze. Die drei lagen eng beieinander und tauschten des öfteren den Platz an der Sonne untereinander aus. Verfolgt wurden sie vom Team MoTec, die mit einem kleinen Respektabstand auf Platz 4 lagen.

 

Jedenfalls konnten wir dann mit der gleichen Fahrerreihenfolge wie zu Beginn im Laufe der Nacht mit guten Zeiten weiter nach vorn fahren und Mättig Racing 1 den 5. Platz abspenstig machen. Gerade in der Nacht und am morgen konnten wir uns über die Karts nicht beschweren und legten einer wie der andere gute Zeiten hin. Besonders Markus Fisch konnte in seinem zweiten Turn mit einem besseren Kart endlich zeigen, daß er kein Heizkissensitzer ist, sondern mit dem Kart umzugehen versteht und untermauerte dies mit niedrigen 1:09er Zeiten. Markus und Schlucki knallten dann anschließend 1:08er Zeiten in die Bahn und zählten beide zu den Schnellsten im Feld in ihren jeweiligen Turns. Kommen halt auch nicht gerade auf der Brotsuppe dahergeschwommen, das lange Elend und der abgebrochene Meter. Am frühen morgen sah es dann so aus, daß das Team CTS Linz aus Österreich, die anfangs lange Zeit vor uns lagen ebenso wie das Team Porno Racing aus Franken nicht mehr aus eigener Kraft an uns heran kommen würden. Mättig Racing 1 als unser hartnäckigster Verfolger wollte uns den 5. Platz noch streitig machen und obwohl wir von den Zeiten her immer ziemlich gleichauf lagen und fast 2 Runden Vorsprung hatten, konnten wir uns unserer Sache nicht sicher sein, da wir noch ein paar Fahrerwechsel mehr zu absolvieren hatten. Da stand dann zu befürchten, daß unsere Taktik mit den langen Turns in den ersten 18 Stunden am Ende doch noch ein Schuß in den Ofen werden würde.

 

In den letzten 6 Stunden schließlich mußten wir unsere Fahrzeiten drastisch verkürzen um die 18 Fahrerwechsel voll zu kriegen. Ich fuhr als erstes meinen 3. und letzten Turn und mußte mich mit einer ausgesprochenen Krücke herumschlagen. Da es mir aber mit viel Mühe gelang, die Zeiten von anfänglich hohen 1.09er um 3-4 Zehntel im Schnitt konstant nach unten zu drücken, haben mich die Kollegen dann 75 Minuten draußen gelassen, weil ich mit der Möhre nichts auf den Verfolger verloren habe. Matze brannte dann anschließend noch mal ein richtiges Feuerwerk ab und legte mit 1.08,42 seine schnellste Runde hin. Er konnte unseren Vorsprung permanent weiter ausbauen, und so ließen wir ihn 80 Minuten im Kart schmoren. Die letzen 3 Stunden teilten sich dann M. Luber (der auch noch mit einer 1:08,69 aufhorchen ließ), M. Fisch, Markus und unser Schlußfahrer Schlucki. Sie fuhren ihr Ding dann souverän nach Hause und ließen nichts mehr anbrennen und so sahen wir schließlich hinter den Bad Boys, die sich dann letztlich doch noch 2 Runden vom Rest absetzen konnten, Daytona Essen, KRTM/LAP und MoTec als Fünfter die schwarz-weiß-karierte Flagge. Besonders hervorheben möchte ich auch an dieser Stelle das Team "Silber Pfeile". Die Truppe aus Nürnberg bestand eigentlich nur aus Hobbyfahrern, hatten keinerlei Erfahrung mit solchen Langstreckenrennen und sind auf den 13. Platz gefahren. Und nebenbei bemerkt haben Markus und ich 1998 bei dieser Betriebssportgruppe (!) von Mercedes mit dem Kartfahren angefangen. Also ganz großes Kompliment für diese Leistung.

 

Ich muß zugeben, daß wir vor dem Rennen noch mit einem Platz auf dem Podest geliebäugelt haben. Allerdings muß man fairerweise anerkennen, daß die anderen an diesem Wochenende zu stark für uns waren. Selbst wenn wir anfangs nicht so hinterher gehangen hätten, hätten wir am Ende das Podium nicht erreicht. Auch die Jungs vom Hamburger Team MoTec, die wir beim 9h Rennen im Juni noch hinter uns lassen konnten, ließen uns diesmal keine Chance. Aber wir sehen uns sicher wieder... An dieser Stelle herzliche Gratulation an die Siegerteams.

 

Bedanken möchte ich mich noch bei unseren Gastfahrern Schlucki und Matze, besonders aber bei Michael Luber und Markus Fisch, die beide vorher noch keinen Meter in Grimma gefahren sind und sich anständig für uns reingehauen haben. Waren eine Super-Truppe und es würde uns freuen, wenn ihr das nächste mal wieder mit von der Partie seid.

 

Micha

 

 

Ergebnis 24h Rennen am 25./26.08.2007 in Grimma

Platz:

Team:

Bestzeit:

Runden:

Total:

1.

Race Kart Center Fun Team

1:08,10

1230

24:01:40,90

2.

Daytona Essen

1:08,10

1228

-2 Laps

3.

KRTM / Lap

1:08,12

1227

-3 Laps

4.

MoTec

1:08,24

1224

-6 Laps

5.

Garscha Racing

1:08,37

1220

-10 Laps

6.

Mättig Racing 1

1:08,76

1218

-12 Laps

7.

CTD Linz Austria

1:08,50

1218

-12 Laps

8.

Porno Racing

1:08,63

1217

-13 Laps

9.

Racing Team Berlin

1:08,70

1213

-17 Laps

10.

Mättig Racing 2

1:08,81

1213

-17 Laps

11.

LCL Racing

1:08,43

1211

-19 Laps

12.

Balu & Crew

1:08,65

1208

-22 Laps

13.

Silber Pfeile

1:09,33

1200

-30 Laps

14.

ETAMAX Racing

1:09,36

1200

-30 Laps

15.

KRC Schwabach

1:09,39

1183

-47 Laps